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Thesen zur Gesellschaftsform

zu 1-Die Grunderfahrung der Nienetwiler ist die Werkzeugherstellung.

[Nicht das Handwerk an und für sich? Wozu waren die Werkzeuge gut, wenn nicht um etwas zu erschaffen? Erst wenn ein Stechbeitel sich durch das Birkenholz frisst, der Duft aufsteigt, die scharfe Schneide geschmeidig durchs Holz geht und diesem einst Baum gewesenen nun ein Gesicht, eine Form oder Möglichkeit zur Nutzung gibt, auf die man sich bereits freut, ja unruhig und fast ungeduldig wird, erst dann findet die Handwerkerin, der Handwerker Erfüllung [wenn man Ends des Monates davon Leben kann]). Als Schmied machte es für mich keinen Unterschied ob ich eine Zange schmiedete oder einen Schlüssel (normal, nicht Berliner). Es war der Akt der Schöpfung selber, so pathetisch das klingen mag, der Rauch und die Hitze aus der Esse, die Gedanken an tausende Schmiede vor mir, die denselben Duft/Gestank in der Nase hatten, die Möglichkeit einem Stück Stahl eine sinnvolle Form zu geben, ihm Leben zu geben, ihn, wenn du so willst, sprechen zu lassen als Zange.)--Simon Meyer (Diskussion) 08:52, 30. Mai 2020 (CEST)

zu 2-Rätselhafte Inschrift?

[... eine rätselhafte Inschrift, die vermutlich Nientwiler Herkunft ist, interpretieren. Die Inschrift kann so übersetzt werden: «kein Wesen kann weder auf oder zu etwas reduziert werden, noch kann etwas Andere oder sich selbst reduzieren.

  • Die Interpretation ist mir zu genau, zu selbstsicher. Bisher konnte keine Schriftstück oder Inschrift eindeutig übersetzt werden, da es einfach nicht der Nienetwiler Art entspricht sich so zu äussern, dass nicht mehrere Sichten auf das gesagte/geschriebene denkbar sind. Es bleibt immer ein Raten, eine subjektive Deutung. Das ist nicht negativ, hat keine Wertung, es ist einfach so, dass einer in Süditalien eine Doprade aus dem Wasser zieht und einer in Nordmarokko einen Tintenfisch. Es ist das selbe Meer, nur was man rausfischt ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Der tatsächliche Wortlaut der Inschrift die etwa auf den Beginn des 11. Jh. datiert werden kann lautet: "nit eyn sint nider so andern unte nit andern kan niedern tue eyn" (nichts ist niederer als anderes und kein anderers kann niederen etwas)

Dies erinnert doch stark an die "Nilaner-Säule" die heute in die Engelsburg in Rom verbaut ist (Seit Ausbesserungsarbeiten 1971 ist sie leider verputzt und nicht mehr sichtbar. Zu der Säule gibt es eine Geschichte: Clauduis Cullo unternahm im Auftrag des Titus Livius (römischer Geschichtsschreiber) mehrere Reisen nach Gallien und Helvetien. Er schrieb zu der Stele: "Nachdem Caesar die Helvetier besiegt und wieder in ihr Heimatland zurückgeschickt hatte besuchte, ich den Anführer Caturix der ein grosser Kriegsführer ist und von den Helvetiern wie ein Gott behandelt wird. Caesar hatte erneute Aufstände der Helvetier befürchtet, wenn er ihn hinrichten liess, also nahm er seine gesamte Familie als Geisel und schickte ihn zurück um Ordnung zu halten. Der Gelehrte des Caturix -vor Caesar hätte man ihn Druide genannt und ich frage mich weshalb er nicht ordnungsgemäss hingerichtet worden ist- führte mich westlich von der Kleingarnison Tugium(1) an einen Ort auf einem Hügel zwischen drei Seen den die Helvetier Nilan(2) nenen. Eine grosse Steinsäule steht da und darauf -so übersetzte der Helvetier- standen in etwa die Worte: «nec maior, minoris minor nulla». Später hörte ich, dass der Tribunus Militum Marcus Metellus Reter die Säule als Siegespfand nach Rom bringen liess.

(1): Tugium = Stadt Zug (2): nilan (keltische Wortzusammensetzung aus nil/nilli und An/ajna also "nicht da"?) --Simon Meyer (Diskussion) 10:06, 30. Mai 2020 (CEST)

zu 3- Siedlungsart

Die Ablehnung von Hierarchien jeder Art ist eine grundlegende Eigenschaft der Nienetwiler Kultur, was schwerwiegende Folgen hatte. Z.B. ihre Siedlungen müssten relative klein bleiben, da grosse Massen von Menschen nur über Hierarchien "organisiert" werden könnten.

smy:(Diese Siedlungsform ist, so scheint mir, nur möglich, wenn intensiver Handel betrieben wird, was wiederum zu Abhängigkeiten führen könnte. Möglich wären verschiedene kleine Siedlungen die jedoch, um sich ernähren zu können, auch über entsprechende Landreserven verfügen mussten. Das erschwert dann wiederum die «Geheimhaltung» ihrer Siedlung).

david: Ob die Nienetwiler absichtlich Geheimhaltung anstrebte ist eine offene Frage. Möglich wäre, dass sie einfach von umgebenden Kulturen nicht verstanden wurden und falsch gedeutet wurden. Vielleicht haben sie sogar versucht, andere von ihrer Lebensweise zu überzeugen, aber die Kräfte der Geschichte waren völlig anders aufgelegt. Ich vermute, die Nienetwiler wurden einfach überrannt und wenn sie nicht räumlich trennten könnten, lebten in gewisser Weise «in Diaspora». In Bezug auf «Abhängigkeiten» denke ich, diese wären unvermeidlich. Die Frage ist aber, wie sind die Nienetwiler damit umgegangen? Welche Auswirkungen hatten sie auf ihre Kultur?

smy: Die «Diaspora» habe ich ja bereits einmal angesprochen. Die weitverzweigten Netzwerke von NienetwilerInnen in der ganzen Welt werden es ihnen sicher erleichtert haben zu überleben und Wissen und Kenntnis zu sammeln. Ihr Weltverständnis hat sich derart extrem von dem der anderen ihnen bekannten Völkern unterschieden, war aber gleichzeitig so stark verankert, dass sie, wären sie nicht NienetwilerInnen gewesen, einen intellektuellen Weg hätten finden mussten, mit dieser Diskrepanz umzugehen. (ähnlich ergeht es ja vielen Menschen, wenn sie einfach das ausblenden was ihnen nicht behagt oder das sie nicht verstehen. Manche von ihnen die nicht einfach ausblenden können, machen grosse intellektuelle Anstrengungen, um Argumentationen zu erarbeiten die die Geschehnisse in ihrem Sinne richtigstellen) Aber das konnten die NienetwilerInnen gar nicht, da sie das Handeln der «anderen» einfach nicht verstanden. Sie sahen keine Diskrepanz, kein «Anderssein», nur war ihnen das Handeln der aus unserer Sicht «Anderen» wie eine fremde Sprache die sie nicht verstanden. Sie fügten sich also in ein System ein, das nicht das ihre war, ohne grösser aufzufallen. (Millionen von Menschen tun das tagtäglich. Solche die die Sprache und das Handeln ihres Gastlandes tatsächlich nicht verstehen, oder weil sie z.B. Autismus haben oder «Störungen» aufweisen wie das die Fachwelt der Psychiater vielleicht nennen würde.) Es ist natürlich nicht auszuschliessen, dass nicht einige oder viele der in der Welt verteilten NienetwilerInnen nicht ihr altes Weltbild teilweise oder ganz verloren/aufgaben. Aber ab dem Moment da sie quasi «abfielen» verschwanden sie aus dem Bewusstsein der Nienetwiler, wurden zu Fremdwörtern in einer Sprache die sie nicht verstanden.

zu 8-Die Regeln

Mir scheinen die Regeln zu klar formuliert, die Vielfalt oder besser Tiefe der Möglichkeiten einer Interpretation wird meiner Meinung und nach zu wenig ausgeschöpft. Wenn ich die Nienetwiler-Kultur betrachte, ihr Eivernehmen in der versammlung, das Ausschöpfen der Möglichkeiten in der Vermittlung, dann zweifle ich grundsätzlich die Existenz von Regeln an. Zudem ist die Quellenlage dazu extrem dünn, und man läuft Gefahr, daneben zu liegen. --Simon Meyer (Diskussion) 09:39, 1. Jun. 2020 (CEST)