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D'Aciel Arbogast I

d'Aciel Arbogast I

Ein genaues Bild Arbogasts zu zeichnen ist auf Grund der mageren Quellenlage fast aussichtslos, und es kann daher lediglich bei einer Skizze bleiben.

d'Aciel Arbogast I, auch Arbogast Aciel oder Aciel Arbogast wurde am 30. März, möglicherweise 1871, als Sohn des Hannes Meyer alias Gertel, alias Arbogast geboren und gilt seit 1969 als verschollen.

Er ist der Vater von Nomis Arbogast und Miribal Ciséan sowie der Grossvater von d'Aciel Arbogast II.

Geboren wurde er in Grosswangen. Er war ein Abenteurer, Forscher, Archäologe, Künstler, Goldsucher und vieles mehr. (Inserat vom 8. Februar 1891 im «Luzerner Tagblatt», ein "«Goldsucher, Schatzsucher, Scientist, Expeditionist, Archäologist, Kopfgeldjäger, Tierbändiger, und Occultist, allerlei Berg- und Seegängiger. Spreche jede Sprache und deute alle Zeichen! Tägliche Audienz nach dem Mittag im Hotel Schweizerhof Luzern." [Tatsächlich ist er nie dort abgestiegen. Wahrscheinlicher ist, dass er an einem günstigeren Ort nächtigte und sich lediglich im Café des Hotels am Nachmittag «die Ehre gab».]

Obwohl er nie eine höhere Schule besucht hatte – tatsächlich konnte nicht festgestellt werden ob er überhaupt je eine Schule besucht hatte – attestierten ihm verschieden Personen hohes Fachwissen und grosse Sprachbegabung. Heinrich von Messenheim notierte in seinem Tagebuch 19.11.1901: «Tatsächlich kenne ich keinen von solcher Eloquenz. Es ist ein Jammer, dass er keinen Lehrstuhl bekommt!»


Sein Leben als Forscher

Sein Leben war jedenfalls äusserst turbulent. 1889 beteiligt er sich an einer Grabung in Kairo (unterstützt von Messenheim um, wie er diesem schrieb «Die Nienetwiler Einflüsse auf die Ägypter zu erkunden.» Bereits ein Jahr später war er mit dem selben Ziel in Upsala und Helsinki.

1890/91 zog es ihn nach Luzern von wo aus er verschiedene Reisen unternahm. In dieser Zeit begann auch sein Briefwechsel und gelegentliche Treffen mit Amot Nussquammer mit dem zusammen er ab 1920 die Cahiers de recherches de Nienetwil (CRN) veröffentlichte. Leider ist von diesen Schriften bisher keine aufgetaucht, da sie 2. Welkrieg von den deutschen Besatzern in Paris aus dem Verlagshaus Hericot mitgenommen und nach Dresden verbracht wurden. Dort fielen sie dem Bombenhagel zum Opfer. Mit Nussquammer hatte er bis zu dessen Lebensende eine art Hass-Liebe-Freundschaft, die auf ihren vollkommen unterschiedlichen Auffassungen zu Religion und der Menschheitsgeschichte herrührte. Trotz der Differenzen arbeiteten sie über viele Jahrzehnet freundschaftlich zusammen.

Wilhelm Kress Aeroplane Wikicource.jpg

Um den und bis am 2. Oktober 1901 nächtigte er im «Hotel Kaiserhof» in Wien im Zimmer 42 und prellte dort eine Zeche von stattlichen 197 Kronen. Am 6. Oktober war Arbogast D’Aciel offenbar an der Bergung des Kress’schen Drachenfliegers auf dem Wienerwaldsee beteiligt («… auch der Schweizer Arbogast an der Bergung beteiligt… » [Wiener Tageszeitung]). Das Wasserflugzeug war dort am 3. Oktober bei einem Übungsflug gekentert und gesunken. Was Arbogast mit der Bergung zu tun hatte, ist nicht klar. Möglicherweise war er einer der Taucher, da er in den Küsten vor Alexandria bereits 1898 getaucht war.

Gesichert ist, dass er sich am 30. März zur Feier seines Geburtstages, wie der Beromünster Fotograf Peter Kopp auf der Rückseite einer CdV notierte, von diesem fotografieren liess. Nach den Unterlagen zu urteilen, weilte er vom Herbst 1905 bis im Juni 1906 in der Löffelburg bei Niklaus Matt und dessen Frau.

1913 bis 1916 unternahm er eine Forschungsreise durch Asien, Neuseland und Australien. Es existiert eine Fotografie von 1914 aus Japan, wo er den Schwertschmiedemeister Masatsugu Taishō besuchte.

1939 sprach Arbogast an der jährlichen Versammlung der Archäologischen Gesellschaft zu Zürich, wo er um drei Kubikmeter Bunkerraum bat, um seine Nienetwiler-Artefaktensammlung und das Archiv unterzubringen.

Bei seinen Forschungen wurde Arbogast massgeblich von Patrizia Am Rhyn und Heinrich von Messenheim unterstützt.


Stationen seines Lebens

1971 geboren

1889/90 Erste Grabung in Kairo

1891 In Luzern und Grabungen im Umland

1894 Grabungen in Upsala und Umland Helsinki

1898/99 Zweite Grabung in Ägypten

1901 Grabungen in Frankreich (Frühjahr) und Reise nach Österreich

1905/06 Grabungen im Umland von Beromünster (wohnt in der Löffelburg)

1912 Reise durch Nordeuropa

1913 Reise und Grabungen in Sibirien

1914 Japan

1914/15/16 China/Tibet/Indien

1920 Reise Italien

1922 Slowakei und Österreich

1924 Domizil in Paris und verschiedene Grabungen und Reisen durch Frankreich und Spanien

1935 Indien

1937 England/Irland

1939 Zürich und bis nach dem 2. WeltKrieg in der Schweiz

1950 Verschiedene Reisen durch Europa

1969 Verschwindet spurlos




Sein Leben als Künstler

Betrachtet man die Bilder die von Arbogast Senior überliefert sind, stellt man unschwer fest, dass er nicht gut war. Stümperhaft, wäre der treffende Ausdruck. Es macht den Anschein, dass er einfach drauflos malte ohne sich um irgendetwas zu kümmern, weder Malgrund, Farbe oder Pinselführung. Aber er malte mit Leidenschaft, wie mehrmals anerkannt wurde. Seine Künstlerfreunde in Paris, die er immer wieder besuchte und zu denen er (meistens) eine innige Freundschaft hatte, liebten seine ausgefallenen Arbeiten ebenso wie seine ebenso ausgefallene art zu leben. Es gienge ein «... Ruch von ihm aus, bei dem man nicht wusste ob ert nun ein Genie, ein Bandit oder ein Irrer sei» schrieb Félix Vallotton 1910.

Arbogast stellte seine werke nie aus, und es gibt berechtigte Gründe anzunehmen, dass er selber wusste wie schlecht er war. Aber, und das kann man ebenfalls annehmen, es war ihm einfach gleichgültig. Es war eine Passion von ihm die er nicht aufzugeben bereit war. "Das Bildnis an und für sich ist nicht relevant für mich. Es ist die Beschäftigung mit der Kunst an und für sich. Sie ist eine Vermittlerin zwischen den gedanken und inneren Welten des Künstlers und der sichtbaren Welt "da draussen".


Von Monet ist bekannt, dass er über Arbogast sagte, "Er half mir zu sehen, leider konnte ich ihm nicht helfen zu malen"


Von Arbogast sind folgende Aussprüche bekannt:

  • «Geh mit den Händen!» Er blieb, ausser bei Zirkusleuten, bis heute unverstanden. 1889
  • «die Frage nicht ist, ob der Mensch die Zeit überdauert. Die Frage ist ob der Mensch den Menschen überdauert!"» 1940, (von Simon Mandelbrot zitiert)
  • «ani skandi ne den rei, ani skandi den zima", (wir tun es nicht weil es einfach ist, sondern wir tun es, weil es schwierig ist!) 1923




Abbildungen von Aciel Arbogast I

Bilder die Arbogast gemalt hat